Die Pulverkafimaschine

Von Evelyne Emmisberger, 23. June 2015

Ich bin ein Fan von Pulverkaffee, was für eine grossartige Erfindung! Egal wo ich gerade bin, ob auf einem Engadiner Berggipfel oder in den Wäldern von Kanada, in einem weit verzweigten Höhlensystem unter dem Jura oder an einem Lagerfeuerchen an meinem Lieblingswaldrand, überall gibts einen ordentlichen, gemütlichen Kaffee. Dabei brauche ich weder schwer zu schleppen noch kompliziertes Equipment – nur eine Tasse und heisses Wasser und gut ist. Neuerdings kann Pulverkafi sogar Schäumchen und ganz viele Variationen von Amaretto bis Macchiato. Finde ich einfach grossartig … aber ich wiederhole mich.

Jetzt setzt Nescafé noch einen drauf und bringt eine Pulverkaffeemaschine auf den Markt. Ist nicht wirklich geeignet für meinen präferierten Verwendungszweck weil rucksackfüllend. Also eher etwas für die urbane Pulverkaffeeliebhaberin. Die sich angesichts all der schicken Kapselmaschinen vielleicht schon immer ein bisschen schämte, wenn sie sich Pulverkafi aus dem Drehverschlussglas in die Tasse löffelte. Die kann sich jetzt den Kafi von diesem futuristischen Apparat machen lassen, inklusive Tasslivorheizen und Milchwärmen.

Doch was unten rauskommt aus dem Designteil ist und bleibt: Pulverkafi. Absurderweise hätte man etwas Besseres erwartet, bei all der Mühe und Arbeit, die sich die Maschine gibt. Und so kamen die neugierigen Testerinnen der annabelle-Redaktion zum nicht sehr schmeichelhaften Verdikt: Auf diese Erfindung hat die Welt nicht gewartet. Wahrlich nicht. Vielleicht, weil eine Pulverkafimaschine eine Art Verdoppelung ist, ein Pleonasmus wie ein weisser Schimmel. Im Pulverkaffee ist die Kaffeemaschine doch irgendwie schon integriert? Ich brauche schliesslich weder Bohnen zu mahlen noch Wasser durch den Filter laufen zu lassen. Kann ich mir alles sparen. Und das ist doch das Grossartige am Nescafé, oder? Aber ich wiederhole mich.

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