Buchtipp: Die neue nordische Küche

Von Nadja Zimmermann, 29. May 2015

Die nordische Küche ist eine meiner liebsten. Sie ist ungekünstelt, währschaft, schlicht, unserer oftmals nicht unähnlich und doch ganz anders. Ein belegtes Brötchen wird zum kleinen Festmahl, das Brot selbst ist eine Offenbahrung und die Zutaten sind in der Regel frisch, echt, rein. Die skandinavische Natur ist voller verführerischer Aromen und sie inspiriert mich zu aussergewöhnlichen Geschmackskombinationen.

Ich war gerade eine Woche in Dänemark. Das hallt wohl noch etwas nach. Und gerade jetzt, in meinem nordischen Delirium, fällt mir dieses Buch in die Hände.

 

 

Die Autorin Margaretha Schildt-Landgren ist eine schwedische Food-Journalistin und Kochbuchautorin. 20 Bücher hat sie schon auf den Markt gebracht. Und darüber hinaus hat sie Ernährungswissenschaften und Lebensmittelchemie studiert. Man darf also davon ausgehen, dass sie ihr Handwerk versteht.

Die Natur, Wald und Wiesen, Hof und Garten, hat in ihrer Küche einen hohen Stellenwert, ein weiteres Kapitel widmet sie den Schätzen aus Salz- und Süsswasser. Umrahmt werden die 100 Rezepte, die vielen Tipps und Informationen zur nordischen Esskultur von wunderschön inszenierten Bilder der Fotografin Tine Guth Linse. Linse!! Gibt es einen passenderen Nachnamen für eine Fotografin? Hihi..

 

 

Pasta mit Spitzmorcheln, Farntrieben und Löwenzahnblättern. Mandelkartoffelterrine mit Herbstpilzen. Holunder- und Bärlauchkapern. Frühlingssalat aus Wildkräutern und -Blumen mit Tannespitzendressing. Da möchte man gleich seine Holz-Zoggeli montieren, ein Körbchen packen und im Wald sein Essen einsammeln gehen. Wunderbar.

Die Kardamom-Bratäpfel mit süss-salzigem Streusel, Vanilleeis und Karamellschaum und auch die Haferkekse mit Hagebutten stehen bereits auf meiner süssen To-Do-Liste.

 

 

Eine ganz wunderbare Idee ist der Potkäs. Währenddem ich Käsereste spätnachts aus dem Kühlschrank futtere, verwandelte man diese in Schweden offenbar schon immer mit Butter und Gewürzen zu einem herzhaften Aufstrich. Das scheint mir die bessere Alternative zu sein.

 

 

Rentiere sind in der nordischen Küche und im Buch auch ein Thema. Aber die streichle ich lieber oder stelle sie mir am Schlitten vom Weihnachtsmann vor, so dass dieser überall auf der Welt Geschenke verteilen kann. Ausser in der Schweiz. Hier haben wir ja das Christkind.

Abgesehen davon, sollte die skandinavische Küche den Status einer, sagen wir, französischen Küche erhalten. Nicht umsonst steht das mehrmals zum besten Restaurant der Welt gekürte Restaurant in Kopenhagen. Das NOMA. Auch hier werden bevorzugt Rohwaren verwendet, die in Skandinavien ganz natürlich vorhanden sind. Also nicht so Hühnerbatteriemässig. Hier saugt das norwegische Schneehuhn, dass durch die Fjorde stampft noch den einzigartigen Geschmack und Charakter der umliegenden Natur auf.

Wer sich ernsthaft für die nordische Küche interessiert und auch etwas über Land und Leute und Landschaft und Natur und Kultur erfahren möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ich selber finde es toll.

 

Die neue nordische Küche von Margareta Schildt-Landgren (AT-Verlag) gibts für rund 32 Franken im Handel oder via Books.ch.

 

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