Knöööödel!

Von Evelyne Emmisberger, 17. April 2015

Als ich für meine annabelle-Reisereportage nach Schenna ins Südtirol reiste, lief mir schon im Vorfeld das Wasser im Mund zusammen. Das Südtirol ist ja nicht nur für seine liebliche Landschaft, seine 300 Sonnentage pro Jahr und seine sehr netten Menschen bekannt, es ist vor allem auch eines: Ein Gourmetparadies.

Ich sitze also in der Küche des Zmailerhofs und schaue Bäuerin Martha Thaler zu, die gerade ihre weltberühmten Knödel zubereitet. Jene Speck-, Käse- und Brennesselknödel, mit denen sie sogar die Testesser von „Gault Millau“ von den Socken riss und die ihr schon mehrfach einen Eintrag in der Fressbibel eintrugen. Zu Recht, wie ich glücklich und satt feststellen sollte. Keine Frage, das ist eine Konstellation, die meinen Ehrgeiz weckt. Ich werde, vertraue ich dem Bergblumensträusschen auf dem Tisch an, hier nicht ohne das Rezept dieser Klasseknödel weggehen. Und wenn ich dazu die Thaler Martha auf den Kopf stellen muss, oder auch mich, ganz wies beliebt. Was übrigens nicht nötig ist, denn die Chefin des Zmailerhofs erläutert mir bereitwillig ihre Rezepturen, rechnet meinem von Höhenluft und Käseknödel gesättigten Denkapparat sogar die Zutaten auf familientaugliche Mengen hinunter und freut sich ganz allgemein über meine Begeisterung.

Natürlich habe ich ihr Rezept zuhause sofort ausprobiert. Es schmeckte wunderbar. Aber doch nicht ganz so wunderbar wie bei Martha Thaler, was vielleicht doch an den fehlenden 1000 Höhenmetern liegen mag. Oder an meiner Kochkunst.

Das Knödelrezept von Martha Thaler vom «Zmailerhof» in Schenna

Grundrezept für ca. 22 Knödel à ca. 7 cm Durchmesser

600–700 g altes Weissbrot, in kleine Würfel geschnitten
2.5 dl Milch
2 Zwiebeln, fein gehackt
2 EL Butter
8 Eier
4 EL (gehäuft) Mehl
1 Bund Schnittlauch, fein geschnitten
1 Bund Peterli, fein geschnitten
Butter und Parmesan zum Servieren

Speckknödel
200 g Südtiroler Speck, in kleine Würfel geschnitten, zugeben

Käseknödel
250 g Bergkäse, in kleine Würfel geschnitten, zugeben

Brennnesselknödel
200 g Brennnesseln, kurz blanchiert und kalt abgeschreckt, fein gehackt
Und 2 Knoblauchzehen, gepresst, zugeben

Zubereiten: Brotwürfelchen in eine Schüssel geben, die Milch darüberleeren, mit ca. 1 EL Salz würzen. Während das Brot von der Milch aufgeweicht wird, Zwiebeln in der Butter andünsten, die Zwiebeln sollen nicht braun werden (für Speckknödel: Speck mit anbraten; für Brennnesselknödel: Knoblauch und blanchierte Brennnesseln kurz mitdünsten). Alles zum Brot-Milch-Gemisch geben, daruntermischen. Eier und Kräuter hineingeben (für Käseknödel: jetzt die Käsewürfelchen hineingeben). Alles gut verkneten. 4 gehäufte EL Mehl dazugeben, eventuell etwas mehr, bis man mit dem Teig Knödel formen kann. Eine Handvoll Teig zwischen nassen Händen zu Kugeln mit einem Durchmesser von ca. 7 cm formen.

Kochen: In einem grossen Topf Wasser aufkochen, salzen. Jetzt einen Knödel nach dem anderen vorsichtig ins Wasser gleiten lassen – nicht zu viele aufs Mal, das Wasser soll immer kochen! 10 bis 12 Minuten kochen.

Servieren: Jeweils 2 Knödel (mehr schafft man eigentlich nicht aufs Mal) auf vorgewärmten Tellern anrichten, 2 EL ausgelassene braune Butter darübergiessen und etwas Parmesan darüberreiben. Dazu passt Salat.

Aufbewahren: Frische Knödel zugedeckt im Kühlschrank 1 bis 2 Tage. Überzählige gekochte Knödel kühl stellen und am nächsten oder übernächsten Tag in Scheiben schneiden und in Bratbutter braten.

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