Petrus, du Bananä

Von Evelyne Emmisberger, 26. January 2015

Mein riesenschnäuziger Assi Rüedu und ich stehen auf der Veranda und blicken missmutig in die Landschaft. Die präsentiert sich in den depressivsten Grauschattierungen, der Boden pflotscht unter den Schneeresten und das soll uns zu einer Gassirunde motivieren? Echt jetzt Petrus. Doch der Wetterverantwortliche macht wohl grad eine schöne Woche in der Karibik. Mein Assi lässt die Ohren hängen und am liebsten möchte ich es ihm gleichtun. Doch als Rudelführerin muss ich jetzt die Truppe zur Ordnung rufen und die meteorologische Tristesse schönreden. „Hey Bär“, gurre aufmunternd ich in Richtung Assi, „na komm, Grau ist das neue Blau. Wir gehen jetzt raus und haben Spass!“ Der Hundeblick zurück: Niedergeschlagenheit mit einem fatalistischen Seufzer Na-wenn-du-meinst.
Und Spass hatten wir. Wir sind auf dem verbliebenen Schnee herumgetollt und haben am Lieblingswaldrand ein Feuerchen gemacht (ja, Mädchen können das, sogar wenns pflotschnass ist). Und da veranstalteten wir dann unsere ganz private, fidele Teatime-Party. Die imfall nicht das allergeringste zu tun hatte mit dieser äusserst unlustigen Bewegung namens Teaparty. Sondern mit: Rauchig parfümiertem Earl Grey und heisser Schoggibanane für mich und einem ordentlicher Kauknochen für den Assi, der sich beim Holzsuchen voll ins Zeug gelegt hat. Apropos Schoggibanane: Wer je in der Pfadi oder Jungschi war, kennt und liebt die Süssen – und glaub mir, sie schmecken immer noch genau so toll wie damals.
Es war kalt, es war nass, es war grau, es war wunderbar.

Schoggibananen
1 Banane samt Schale auf der Innenseite einschneiden, so dass die Schale auf der Rückseite nicht verletzt wird und eine Tasche entsteht. Gemahlener Zimt hineinstreuen und 1.5 Reihen schwarze Schokolade hineindrücken. In Alufolie einwickeln und knapp 5 bis 10 Minuten in die Glut legen. Noch heiss aus der Schale löffeln.

Ausgepackt mit geschmolzener Schoggi

… und schwupps schon gegessen!

Tee vom Feuer
Tasse aus Emaille mit Wasser füllen, direkt in die Glut oder ins Feuer stellen. In 2 bis 3 Minuten kocht das Wasser. Teebeutel oder Teekraut rein, fertig. Unbedingt einen Küchenhandschuh mitnehmen, damit man sich die Finger nicht verbrennt. Und vor dem Trinken etwas abkühlen lassen, damit man sich auch die Lippen nicht verbrennt – die Tasse ist wirklich, wirklich heiss. Das coole Raucharoma gehört natürlich dazu und macht den wilden Teegenuss erst richtig perfekt.

Rüedu im Glück mit einem XXL-Kauknochen

 

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