Diese Filme machen hungrig

Von Julia Heim, 30. Juni 2017

Es klappert, knackt, zischt und dampft: Während ich einen Teller Pasta auf dem Handballen balanciere, sehe ich mir an, wie Meryl Streep im Film Julie and Julia als Julia Child einen Hummer zerlegt. Die Amerikanerin, die in den Fünfzigerjahren in Frankreich ihre Liebe und ihr Talent zum Kochen entdeckte, und mehrere Kochbücher herausbrachte, ist eine der Hauptfiguren in der 2009 erschienenen Romanverfilmung, die zu meinen Favoriten gehört.

Zum Plot: Julie Powell (Amy Adams) ist eine junge New Yorkerin, die es sich 2002 zur Aufgabe macht, jeden Tag ein Rezept aus Julia Childs Kochbuch nachzukochen und in einem Blog darüber zu berichten. Über 500 französische Gerichte in einem Jahr – ein ambitioniertes Vorhaben und ein Garant für den Zuschauer, dass es im Film wirklich ständig ums Essen geht. Warum dieser Film ein Muss ist? Weil die Liebe zum Essen noch lange nach dem Abspann in der Luft hängt und weil niemand so leidenschaftlich auf etwas in Butter Gebratenes reagieren kann wie Meryl Streep in diesem Film.

Wenn ich nicht gerade selbst koche, sehe ich anderen Menschen gern dabei zu. Und damit bin ich nicht allein: Foodfilme boomen. Kein Wunder, kaum etwas Alltägliches ist so sinnlich, inspirierend und sozial wie Essen.

Um Inspiration geht es auch im Film Burnt (2015). Es ist die Geschichten von Adam Jones (Bradley Cooper), einem Chefkoch, der durch seinen exzessiven Lebensstil seine Topstelle in Paris verliert. In London will er neu anfangen. Er versucht sich und sein Team mit viel Druck und rauem Ton zu Höchstleistungen zu bewegen und macht sich damit nicht nur Freunde. Hier ist der Blick in die Profiküche ebenso spannend wie die Liebesgeschichte, die sich zwischen Adam und seiner Souschefin Helene anbahnt.

Auch The Hundred-Foot Journey (2014) ist eine Romanverfilmung mit Starbesetzung: Helen Mirren mimt die strenge französische Restaurantchefin, die der indischen Familie, die nebenan eingezogen ist und ein eigenes Lokal eröffnet, nicht sehr wohlgesonnen ist. Hassan Madam, der Sohn der Familie und ein äusserst talentierter Jungkoch, schafft es trotz anfänglicher Schwierigkeiten Madame Mallory von sich zu überzeugen. Der Film überzeugt mit Lebensfreude, dem Spiel mit Farben und Aromen und dem Kontrast zwischen französischer Haute Cuisine und indischer Kochkultur.

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