«Espresso ist die Quintessenz des italienischen Kaffees»

Von Julia Heim, 30. Mai 2017

Den Tag ohne eine Tasse Kaffee zu beginnen, ist für die meisten von uns kaum vorstellbar. Zu sehr haben wir uns an den Wachmacher gewöhnt. Laut des deutschen Kaffeeverbands enthalten 50 ml Espresso 50 bis 150 mg Koffein. Besonders lieben wir Mitteleuropäer den Arabica-Kaffee (auch Bergkaffee genannt) mit seinem fruchtigen, milden Aroma. Er ist im Anbau empfindlicher als der in flacheren Gebieten gedeihende Robusta-Kaffee.

Foto: Pexels

Doch nicht nur bei uns ist Kaffee populär. Die edle Bohne ist eines der bedeutendsten Handelsgüter weltweit – ein Milliardengeschäft. Als Wiege der europäischen Kaffeekultur gilt Venedig. Bis heute gehört sie zu Italien wie Pasta und Gelato. Ich habe bei Michele Pulcher, Kaffee-Experte bei Lavazza in Turin, nach dem perfekten Espresso gefragt, und stelle seine gekühlte Alternative vor.

Michele Pulcher, wie trinken Sie Kaffee?
Normalerweise trinke ich zuhause am liebsten Kaffee aus der Moka-Kanne. Sie ist meine grosse Liebe. Wenn ich unterwegs bin, bevorzuge ich Espresso. Und manchmal trinke ich auch eine Tasse Filterkaffee.

Foto: iStock

Wie bereitet man den perfekten Espresso zu?
Espresso gilt weltweit als Quintessenz des italienischen Kaffees. Er wird kurz gebrüht und ist sehr konzentriert. Sein typisches Merkmal ist die kompakte Crema und das intensive Aroma – beides hängt von der Maschine ab, mit der er zubereitet wird. Grundsätzlich sollte man das Dampfsystem und den Siebträger nach respektive vor jeder neuen Nutzung kurz reinigen. Ausserdem sollte die Tasse, die man verwendet, heiss sein. Espresso wird üblicherweise in drei Minuten getrunken.

Wie wichtig ist die Qualität des Wassers?
Wasser ist die Basis für einen Kaffee. Seine Qualität spielt also eine sehr wichtige Rolle. Wenn man eine professionelle Espressomaschine benutzt, ist ein Wasserenthärter ratsam. Zuhause empfehle ich frisches Wasser mit einem geringen Mineralgehalt, damit sich das Aroma nicht verändert. Von heissem Wasser, das den Heizprozess beschleunigen soll, rate ich ab.

Foto: iStock

Wechseln Sie im Sommer zu Eiskaffee?
Ich bin kein grosser Fan von Eiskaffee. Dafür liebe ich Cold Brew. Er ist das Gegenteil eines Espresso und benötigt Stunden, bis er fertig ist. Je mehr Zeit er erhält, desto besser wird sein Aroma. Für einen Cold Brew gebe ich gemahlenen Kaffee in einen Krug und füge kaltes Wasser hinzu. Ich rühre und lasse die Mischung abgedeckt 12 Stunden ziehen. Um den Kaffee zu filtern, benutze ich Papierfilter oder ein Küchentuch. Cold Brew wird verdünnt getrunken. Ob 1:1, 1:2 oder 1:3 hängt von der eigenen Vorliebe ab.

Kommentare