Tipps: Weniger Abfall in der Küche

Von Julia Heim, 15. Mai 2017

Kürzlich hat in Zürich ein Zero-Waste-Laden mit Café eröffnet. Im Foifi gibts Reis, Müesli, Pasta und mehr im Offenverkauf. Keine Verpackungen, keine Plastiksäcke. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern spart auch Geld und Arbeit. Im Foifi findet Austausch statt, gemeinsames Kaffeetrinken ist erwünscht. Der Quartierladen ist Begegnungsstätte für die, die etwas ändern wollen. Und Veränderung fängt im Kleinen an.
– Schiffbaustrasse 9b im Kreis 5

Aber nicht nur der Verpackungsmüll ist gravierend, sondern auch das Essen, das regelmässig im Abfallkübel landet. Wir Schweizer werfen jährlich zwei Millionen Tonnen Lebensmittel weg. Eine stattliche Summe. Wir alle können also mithelfen, diese Verschwendung zu minimieren.

Tipps gegen (Food-)Waste:

Planen

Was brauche ich, und wie viel davon? Ein Blick in den Kühlschrank und die Küchenschränke hilft beim Erstellen des Menüplans und des dazugehörigen Einkaufszettels. Was bünzlig klingt, hilft dabei, nicht wahllos einzukaufen und den Gelüsten im Supermarkt nachzugeben. Wer bloss kauft, was er braucht, kommt günstiger davon und schmeisst weniger weg.

Kaufen

Regional und saisonal ist gut für die Umwelt. Märkte und Detailhändler verkaufen Lebensmittel von Produzenten aus der Region. Mit dem Kauf unterstützt ihr nicht nur die Bauern, sondern auch kurze Lieferwege und weniger Ressourcenverschwendung.

Nach Foifi-Vorbild lässt sich auch im regulären Supermarkt einkaufen. Der Verzicht auf Plastik beim Gemüseregal oder den Sack an der Kasse reduziert den Abfall daheim erheblich. Besser: Stofftaschen oder Körbe.

Nachfüllpackungen gibt es für Waschmittel, Seife oder Shampoo. Oft verursachen diese Verpackungen weniger Müll als die eigentlichen Produkte. Schöne Glasflaschen im Bad, die sich immer wieder füllen lassen, sind ohnehin schöner als Plastikseifenspender & Co.

Wasser aus dem Hahn

Wer braucht in der Schweiz schon Wasserflaschen? Das Hahnenwasser ist gut. Sehr gut sogar und mit dem Verzicht auf gekauftes Wasser reduziert ihr Plastikmüll. Wer nicht verzichten will, sollte darauf achten, dass Glas und Plastik recycelt werden. Die dafür vorgesehenen Container befinden sich bei den Detailhändlern.
Was viele nicht wissen: Nur ein Teil der zurückgegebenen Plastikflaschen lässt sich wiederverwerten. Aus PET-Flaschen werden einerseits neue PET-Flaschen produziert, andererseits Textilfasern. Aus milchig-trüben Flaschen, wie Milch- oder Rahmflaschen, aber auch aus Putzmittelflaschen lassen sich keine neuen Flaschen fertigen.

Aufbewahren

Luftdicht verschlossen verderben Lebensmittel weniger schnell. Ideal ist ein Vakuumiergerät (gut investierte 70 Franken), da Platz nicht durch Dosen und Gläser vergeudet wird. Natürlich eignen sich auch verschliessbare Gefässe zur Aufbewahrung.

Platziert leicht verderbliche Produkte so, dass ihr sie griffbereit habt und sie im Kühlschrank nicht vergessen werden. Die optimale Temperatur liegt hier bei 7 Grad. Der obere Bereich ist ideal für Resten, in der Mitte lassen sich bei etwas tieferer Temperatur Milchprodukte lagern, und im untersten Bereich, dem kältesten, fühlt sich das Fleisch besonders wohl. Gemüse und Obst am besten in der dafür vorgesehenen Gemüse-Schublade verstauen. Der Kühlschrank sollte nicht überfüllt werden, da das die Kühlung beeinträchtigt.

Ablaufdatum richtig deuten

Wir alle wissen eigentlich, dass es sich beim Ablaufdatum lediglich um eine Garantieleistung des Handels handelt. Bis zu diesem Datum ist das Produkt MINDESTENS haltbar. Trotzdem muss es immer wieder gesagt werden, denn in vielen Haushalten werden Produkte mit Erreichen des angegebenen Datums entsorgt. Verlasst euch auf die eigenen Sinne. Schauen, riechen und schmecken – das ist weitaus verlässlicher als die Angabe auf dem Produkt.

Kompostieren

Eigener Dünger lässt sich mit einem Komposthaufen im Garten herstellen. So verwertet ihr einen Grossteil des Bioabfalls und profitiert gleichzeitig von dem, was daraus entsteht.

Fotos: iStock

Apps, die helfen

Vom digitalen Einkaufszettel bis zum Reste-Retailer: Apps, die dem Foodwaste den Kampf angesagt haben.

Too Good To Go: Shops, die kurz vor Ladenschluss ihre Ware stark verbilligt anbieten
Bring: Einkaufslisten können mit Familienmitgliedern geteilt und von diesen ergänzt werden
– Koch dir was: Rezepte für Profis und Anfänger. Vorrätige Zutaten eingeben und das passende Rezept in der Datenbank finden

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