Ab ins Beet

Von Julia Heim, 27. März 2017

Wenn selbst gezogenes Gemüse auf dem Teller landet, macht das stolz. Das leuchtende Finale im Spätsommer entschädigt für die ermüdenden Wechsel zwischen Euphorie und Ernüchterung, für die Geduld, die Pflege, den langsamen Fortschritt im eigenen Gemüsebeet. Wer sich vom Aufwand nicht abschrecken lässt, sollte seine Schaufel aus dem Keller holen. Bereits jetzt kann gesät und gepflanzt werden, damit die Ernte in wenigen Monaten üppig ausfällt.

Für einen Gemüse- oder Kräutergarten braucht es nicht viel Platz. Der Balkon reicht aus, denn was nicht in die Breite gehen darf, wächst eben in die Höhe. Die Pflanzen gedeihen in Hochbeeten und Töpfen ebenso gut, wie in einem herkömmlichen Beet. Wie das am besten funktioniert:

  • Ideale Balkonpflanzen sind Salatpflanzen, die nicht viel Pflege benötigen und zudem schnell sichtbare Resultate hervorbringen. Wichtig ist, dass ihr rund 20 Zentimeter Platz lasst zwischen den Samen, sodass jedes Pflänzchen später ausreichend Licht erhält. Ausserdem gut geeignet sind Tomaten, Peperoncini und Radieschen oder Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie oder Basilikum. Radieschen beispielsweise können jetzt ausgesät werden. Sie lassen sich auch von kälteren Tagen nicht stören. Peperoncini kaufe ich auf dem Markt bereits als kleine Pflänzchen, die sich an einem sonnigen Platz gut entwickeln. Und auch bei den Tomaten bevorzuge ich Setzlinge. Sie sollten vor Kälte geschützt werden, und benötigen ebenfalls ausreichend Platz.

 

  • Gepflanzt werden kann in einen herkömmlichen Tontopf, dessen Loch am Topfboden mit einer Tonscherbe oder Steinen belegt wird. So staut das Wasser nicht und fliesst kontrolliert ab. Auch ein Hochbeet eignet sich für Gemüsegärtnerinnen mit wenig Platz. Wichtig ist aber, dass ihr abklärt, wie viel Gewicht der Balkon tragen kann und wie schwer das Hochbeet werden wird. Ob ihr es im Baumarkt kauft oder aus witterungsbeständigem Holz selbst baut, spielt keine Rolle. Befüllt wird in verschiedenen Schichten. Das heisst, nicht das ganze Beet muss mit Erde aufgefüllt werden. Praktisch ist, dass ihr in Hüfthöhe gärtnern könnt, ihr euch keine Gedanken über die Bodenbeschaffenheit eines herkömmlichen Gartenbeets machen müsst und die Grösse individuell auf eure Platzverhältnisse anpassen könnt. Pflanzgefässe gibt es aber auch aus Fliess oder Kunststoff.
  • Ein hängender Garten lässt sich mit Kräutern gestalten. Ein Gitter ermöglicht es, Kräutertöpfe aus Metall mit Haken anzubringen. Ebenfalls in die Höhe wachsen Bohnen, denen man jedoch eine Kletterhilfe bieten sollte.
  • Aktuell ist der Aussaat-Termin für: Rettiche und Radieschen, Kohlrabi, Kohl, Rüebli, Spinat, Schnittsalate, Peperoni und Peperoncini, Tomaten, Lauch, Schalotten und Zwiebeln.

 

Fotos: Pexels.com

Kommentare