Onsen Tamago – weich gekochtes Ei à la Japonaise

Von Seri Wada, 29. Oktober 2015

Kennt ihr Onsen Tamago? Ganz bestimmt, wenn ihr schon mal in einem japanischen Restaurant wart.  Onsen Tamago ist ein Ei, das in Japan traditionell in einer heissen Quelle bei tiefer Temperatur langsam „gekocht“ wird. Onsen ist das japanische Wort für heisse Quelle und Tamogo bedeutet Ei. Auf Deutsch würde man es „Heisse-Quelle-Ei“ nennen, was ja ziemlich blöd tönt. Also doch auf Englisch: Hot Spring Egg.

Es ist ein Zwischending aus weich gekochtem und pochiertem Ei. Es hat eine einzigartige Textur von Pudding. Das Eigelb ist eher fest, hat aber die Farbe und cremig-formbare Konsistenz von einem rohen Eigelb. Eine einfache Sache, die ganz exquisit schmeckt. Das wollte ich also unbedingt zu Hause kochen. Aber wie? Onsen Tamago zuzubereiten ist etwas tückisch. Denn das Eigelb gerinnt bei einer Temperatur von 65 bis 68 Grad und das Eiweiss bei ca. 62 Grad. Also muss ich irgendwie eine Kochtemperatur von knapp 70 Grad hinbekommen. Ich habe aber keine heisse Quelle vor der Haustüre mit dieser Temperatur. Und im Internet habe ich Kochanleitungen gefunden. Doch dafür braucht man einen Sous-Vide-Garer. Das habe ich nicht. Ausserdem bin ich ja Anhänger des Minimal Instrument Cooking und stehe ein für die Abrüstung in der Küche. Es muss einen einfachen Weg geben, der auch zu Hause funktioniert.

Den gibt es. Dafür braucht man bloss einen Wasserkocher mit Warmhaltefunktion.

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Foto: passcalwettstein.ch

 

Kochanleitung

  1. Ei aus dem Kühlschrank nehmen
  2. Wasserkocher auf 70 Grad einstellen
  3. Ei in den Wasserkocher legen – es ist zu empfehlen, das Ei in ein Netz oder Tuch einzupacken, damit man es nach dem Kochen einfach wieder herausnehmen kann.
  4. Wasserkocher einschalten und das Ei 20 Minuten lang im 70 Grad heissen Wasser liegen lassen.

Und es funktioniert. Ich habe es ausprobiert.

 

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Foto: passcalwettstein.ch

 

Und jetzt seid ihr dran. Versucht es und berichtet mir. Ich bin gespannt auf eure Kommentare.

 

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