Kulinarischer Kurzstopp in Thailand

Von Nadja Zimmermann, 17. Oktober 2015

Also naja, nicht direkt in Thailand. Eher so am Hallwilersee. Aber dafür mit ganz viel Thai-Feeling und leckerem thailändischem Essen.

Ich habe hier vor einer Weile einen sehr authentischen und dicken Thailand-Kochbuch-Wälzer namens Thailand vorgestellt. Ein Buch welches das Fernweh weckt, aber auch den Wunsch mal wieder richtig thailändisch zu essen. So kurz mal hopp nach Thailand rüber lag jetzt bei mir aber nicht drin und so fing ich an mit dem Seerose Resort am Hallwilersee zu liebäugeln, welches mit eben diesem Thai-Feeling wirbt. Ich hab dann meine Mutter eingepackt und bin mit ihr dahin gefahren.

Und tatsächlich, hier hat sich jemand Mühe gegeben und auf Details geachtet. Im Garten steht ein Geisterhäuschen, wie diese die in Thailand vor allen Gebäuden stehen und Anwesen und Bewohner beschützen. Und der Innenhof ist in warmes Himmelslichter-Licht gehüllt. Und dann ist da eben das in der Gegend berühmte thailändische RESTAURANT SAMUI THAI. Küche wie Einrichtung sind sehr authentisch. Und das Restaurant ist jeden Abend proppenvoll.

 

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Wir assen einen üppigen Viergänger, bestehend aus einer umfangreichen Vorspeisenplatte (siehe Bild rechts oben, konnte das Bild grad noch machen, bevor die zweite Frühlingsrolle verschwand), meinem Suppenliebling Tom Kha Gai, einem aus drei Teilen bestehenden Hauptgang (Gaeng Kia Wan Kai, Panaeng Ped und Gung Sauce Makam – übersetzt wären das dann ein grünes Kokosnuss-Curry mit Poulet, gebratene Entenbrust und Riesencrevetten an einer Tamarindensauce, alles mit viel Gemüse) und einem thailändischen Kokoschöpfli zum Dessert. Meine Mutter – die zum ersten Mal thailändisch ass – war restlos begeistert. Ich – die wiederum schon sehr oft thailändisch gegessen habe – auch. Das Restaurant ist stilvoll, gemütlich und der Blick auf den See gibt einem den Rest. Und der mir unbekannte, empfohlene Wein, ein Shiraz aus dem Monsoon Valley südlich von Bangkok: himmlisch!

Ich hab mir dann am nächsten Tag gleich noch bisschen mehr Thailand-Feeling gegeben. Nachdem wir uns im Thai-Spa die Füsse hochgelegt haben und ein paar Snacks verputzt hatten (es gibt ein Thai-Buffet im Spa mit einer herrlichen Thai-Gemüse-Suppe !), schrieb ich mich für eine Thai-Massage ein. Wenn schon denn schon.

 

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Die nette Dame hat mich in einen Raum geführt, kuschlig und warm, rundum mit Matratzen ausgelegt und weichen Wänden – der ideale Ort für Kinder mit Tobsuchtsanfällen. Aber auch für entspannungssuchende wie mich. Ich lief rein, mich noch wie ein Bleiwürfel fühlend, und schwebte eine Stunde später wie eine federleichte Pusteblume wieder hinaus. Dazwischen wurde gedehnt, gedrückt, gelockert. Präzis, konzentriert und mit ganzer Körperkraft. Sicherlich nichts für jemanden der sich am liebsten bei Streichel-Massäscheli entspannt. Für mich aber perfekt. „Tschä-ghäää“.. dachte ich, „Ich bin wieder voll da!“ Tiefenentspannt und voller Tatendrang.

Doch vor dem Tatendrang legten wir uns noch etwas an den See und absorbierten die allerletzten warmen Sonnenstrahlen. Und ja, wir lagen zwar mitten im Aargau, weit weg von Thailand, aber wenn man sich diesen türkisfarbenen See anguckt und sich die Einfamilienhüüsli an der anderen Seite wegdenkt, könnte man sich glatt wie an einem fernen Strand fühlen.

 

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Zum See führt ein thymiangesäumtes Weglein. Etwa drei Gehminuten lang. Und am See wartet ein Biopool und ein paar Liegestühle. Da lässt sichs echt ein Weilchen aushalten.

 

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So waren wir bald wieder fit für die nächste kulinarische Entdeckungsrunde im Seerose Resort. Genauer: Das RESTAURANT COCON mit dem Motto „das Fremde im Vertrauten“. Konkret werden hier gezielt asiatische und schweizerische Produkte vereint, woraus eine spannende, saisonal wechselnde Menükarte entspringt. Wir hatten als Einstieg einen giftgrünen Waldmeister-Yuzu-Sirup mit Prosecco und einen Schongauer Sommer- und Kräutersalat mit Zitrusdressing, Papadam und Aargauer Ziegenfrischkäse. Anschliessend ein Mango Gazpacho mit Hitzkircher Trockenfleisch und dann die Wahl zwischen Red Snapper mit Schlangenbohnen, Speck und Pfirsich oder einem Kalbsfilet an einer Austernsauce mit Rösti-Terrine und Seitling. Klingt abenteuerlich. Im Cocon darf man sich auf nicht-alltägliche Geschmackskombinationen freuen, und – wie schon im Samui Thai – auf ausserordentlich freundliches Personal. Und wie sichs für ein Restaurant namens Cocon gehört, speist man in Cocons. In kleinen, oder aber im Grossen am Ende des Ganges.

 

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So gings am nächsten Tag auch gleich beim Frühstück weiter. Im Cocon wird jeden Morgen ein abwechslungsreiches Buffet aufgetischt mit frisch gepresstem Orangensaft, hausgemachten Konfitüren (auch hier mit kreativem Mix: Johannisbeere mit Curry, Rhabarber-Kiwi …), vielen frischen Früchten (und nicht die Dosenfrüchte die oftmals an der Müsli-Theke angeboten werden), Lachs, Käse- und Fleischplatten, diversen Broten … was es halt so gibt. Zusätzlich gibts noch ein gluten- und laktosefreies Angebot. Inklusive freiem Blick aus dem Cocon in die Küche.

 

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Ich bin begeistert. Ich hatte eine kleine Auszeit. Fühlte mich ein bisschen wie im fernen Thailand. Hab mich entspannt. Etwas Sport getrieben und vor allem: HERVORRAGEND GEGESSEN. Jedes einzelne Mal.

Manchmal liegt das Gute so nah.

Mehr Infos zu den Restaurants, zum Hotel und dem Spa gibts hier: Seerose Resort & Spa, Seerosenstrasse 1, 5616 Meisterschwanden.

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