Kochbuch-Tipp: Neapel sehen und geniessen

Von Julia Heim, 13. Januar 2015

Die neapolitanische Küche ist bekannt für ihre Steinguttöpfe, in denen das lange Köcheln und Schmoren von Speisen besonders gut gelingt. Damit Aromen und Gewürze genügend Zeit haben sich zu verbinden und zu entfalten. Zeit haben! Ein Privileg für uns alle. Und genau deshalb ist das Kochen mit solchen Gerätschaften ein Glücksfall. Sie zwingen uns zur Geduld, zum Warten auf den richtigen Moment, sie steigern die Vorfreude auf ein deftiges, mit Liebe gekochtes Menü.

Der Boden Neapels hat seine Fruchtbarkeit und Qualität dem Vesuv zu verdanken, an dessen Fuss es sich die Stadt gemütlich gemacht hat. Denkt man an diesen (nicht nur) kulinarisch wundervollen Ort, hat man sofort Sardellen, eingemachte Tomaten, Innereien, Fisch, Fleisch und eine grosse Auswahl an Olivensorten vor Augen. Und dazu italienische Familien, die sich am Wochenende im Haus der Grosseltern treffen und gemeinsam das Essen geniessen, lachen und schlemmen, sich Geschichten erzählen und bei denen das Essen zum Mittelpunkt des Tages wird.

Das Schönste am Kochbuch «Neapel sehen und geniessen» ist die Einführung in die Landwirtschaft, die Tradition und die kulinarische Lebensweise der Neapolitaner. Man lernt, man staunt und natürlich: man wird hungrig. Autor Dario Santangelo nimmt den Leser mit in seine Stadt und stösst bis zu ihrem kulinarischen Herz vor. Seine Aufnahmen aus Küchen, Restaurants und Töpfen, von Pasta, Kräutern und Märkten, mit essenden, lachenden Menschen, die es sich schmecken lassen, sind ein Gute-Laune-Garant: Ungekünstelt, laut und liebenswert!

Pasta-Rezept-Neapel

Wie wäre es also mit einem Wochenendtrip nach Neapel oder mit diesem Rezept für Tagliolini al limone?

Neapel-pasta-Rezept

Zutaten für 4 Personen:
300 g Tagliolini
2 Zitronen
1 Bund Basilikum
4 walnussgrosse Stücke Butter
1 TL Mehl
500 ml Milch
geriebener Parmigiano
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Die Schale einer Zitrone in Spiralform abschälen, darauf achten, dass man nur den gelben Teil der Schale erwischt.
In einer Pfanne die Butter zusammen mit der Zitronenschale und einem Zweig Basilikum mit mindestens 6 Blättern schmelzen. Zitronenschale und Basilikum langsam anbraten – darauf achten, dass die Butter nicht dunkel wird.
Zitronenschale und Basilikum entfernen, das Mehl hinzufügen, rasch umrühren, während die Butter eindickt und die leicht erwärmte Milch hinzufügen. Pfeffern und salzen. Die Hälfte der Schale der zweiten Zitrone direkt in die Milch reiben und ein wenig eindicken lassen, dabei stets umrühren.
In der Zwischenzeit die Tagliolini, die nur ein paar Minuten kochen müssen, in gesalzenes Wasser geben. Wenn sie gar sind, mit einer Zange aus dem Wasser holen und triefend nass in die Pfanne geben. Nudeln kurz schwenken; falls sie aneinanderkleben, noch ein paar Löffel Nudelwasser hinzufügen.
Vom Herd nehmen und die andere Häfte der Zitronenschale hineinreiben, umrühren und auf die Teller geben. Mit Parmigiano bestreuen und mit Zitronenscheiben und Basilikumblättern garnieren.

neapel_sehen_und_geniessen

Neapel sehen und geniessen von Dario Santangelo, 180 Rezepte, Pichler Verlag, 60 Franken

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