Restauranttipp: Elle’n’Belle

Von Nadja Zimmermann, 8. Oktober 2014

Veganer haben nicht das allercoolste Image. Denn vom Körnlipicker-Bild mal abgesehen, steht das grosse Veganer-V ja auch für Verzicht. Keine tierischen Produkte mehr. Nada. Fleisch sowieso nicht, aber auch keine Milch, kein Käse, kein Joghurt, keine Eier, kein Honig … einfach nichts, wo Tiere ihre Pfötchen mit im Spiel hatten. „Also darf man ja gar nix mehr essen“ heissts dann. Und ja, das dachte ich anfangs auch. Dann war ich letztes Jahr beim Weihnachtsmenü-Kochkurs von Elle’n’Belle und weiss nun, dass der Veganer durchaus auf einiges verzichtet, aber dafür mit vielen für mich neuen Zutaten hantiert, die unheimlich lecker sind. Und im Übrigen habe ich realisiert, dass ich eigentlich mehr vegan ass, als ich dachte. Ein Thai-Green-Curry: vegan. Spaghetti al pomodoro: vegan. Pommes: vegan.

Nun haben die beiden Elle’n’Belle-Schwestern Elif und Sibel dem X-tra-Restaurant am Zürcher Limmatplatz neues Leben, und vor allem sehr viel Seele eingehaucht. Sie haben ihr eigenes Lokal eröffnet. Mit vielen leckeren Speisen. Vom Döner zum Burger, vom Muffin zum Tiramisu, von der Schwarzwäldertorte zum Portobello-Risotto. Verzicht klingt anders!

 

Fenster

 

 

Das Intérieur ist besonders hübsch. Bunter Brocki-Charme mit einer Prise Kitsch und viel Rock n’Roll – weil die beiden Schwestern nicht nur gutes Essen, sondern auch Musik lieben.

 

Bar

 

So setzt man sich nicht einfach an Tisch Nummer 3 oder 12, sondern speist am Madonna-, Beatles- oder Stevie-Wonder-Tisch.

 

Innen1 Innen2

 

Es gibt eine regelmässig wechselnde kleine Karte, sowie auch einige Take-Away-Menüs. Die Gerichte tragen Namen wie „Californication“, „Lady in Red“ oder „Daddy Cool“ – dieser ist übrigens Elle’n’Belles-Klassiker. Der Döner. Da ich sowieso nie eine grosse Fleischliebhaberin war, ist mir schnurz, dass da kein Fleisch drin ist. Das Gewürz und die Sauce machen es aus. Und ich finde den „Daddy Cool“ köstlich.

 

DaddyCool

 

Auch wenn das Restaurant nun diesen coolen Touch hat, man auch einfach mal abends die Bar stürmen und ein paar Drinks schlürfen oder nachmittags in angenehm-heimeliger Wohnzimmer-Umgebung mit einem Kafi an seinem neuen Roman schreiben kann, sind auch kleine Kinder willkommen – was in Zürich ja nicht unbedingt die Regel ist. So durfte ich, ja ICH, eine wunderhübsche Kinderecke für Elle’n’Belle einrichten. Mit vielen Büchern, Malsachen, süssen Kindermöbeln von Wohnreich, einer Küche, einem Krämerladen, Bauernhof, Krabbelmatten, Puzzles und vielen anderen lustigen Sachen.

 

Kinderecke

 

Rundherum also eine prima Sache und eine Bereicherung für Zürich. Ob man Veganer grundsätzlich mag oder nicht. Das Ambiente stimmt, das Essen auch. Was will man mehr.

Ach und … man muss nicht Veganer sein, um mal vegan zu essen.

Das Restaurant ist jeweils vom Dienstag bis Samstag von 11h-23h geöffnet. Samstags gibts jeweils von 11h-16h einen leckeren Brunch. Sonntag und Montag ist geschlossen.

Mehr Infos hier: www.ellenbelle.ch oder auf der Facebook-Seite.

 

Onur

 

 

 

 

 

Kommentare